Männlichkeit und Moral

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Männlichkeit definiert sich in erster Linie nicht über moralische Attribute. Die kriegerischen, amoralischen Tugenden verlangen zu ihrer Verwirklichung aber nach einem höheren Zweck. Um für etwas in den Kampf zu ziehen, brauchen Männer ein edles Motiv und die Überzeugung, gegenüber den Feinden im Recht zu sein.

Männer sind zu Grausamkeit und Mitgefühl gleichermaßen fähig. Seit jeher ringen Philosophen deshalb um die Frage, welche Qualitäten einen „guten“ Mann konstituieren. Die westliche Welt blickt auf eine lange Tradition der moralbetonten Männlichkeit zurück, dennoch sollte man Männlichkeit und Moral als separate Kategorien betrachten. In Actionfilmen und Videospielen wird beispielhaft deutlich, dass die Helden häufig moralisch ambivalente Charaktere oder Kriminelle sind und dennoch verkörpern besonders diese Figuren eindeutig männliche Attribute. Ein Krimineller ist genauso ein „richtiger“ Mann wie ein ehrenhafter Held. Einem Feind für gewalttätiges oder unmoralisches Verhalten seine Männlichkeit abzusprechen, ist lediglich eine psychologische Strategie, um ihn in seiner Ehre zu verletzen.

Dass Männer, die auf der eigenen Seite kämpfen, häufig für genau dieselben Taten verehrt werden, welche man am Feind verurteilt, zeigt, dass Moral nie ein universaler Maßstab ist. Es sind die kulturübergreifenden Gemeinsamkeiten, die alle Männer unabhängig von der Moral miteinander teilen, welche Männlichkeit ausmachen. Diese haben ihren Ursprung in der archaischen Bande. Um Männlichkeit gut zu beherrschen, ist moralische Vollkommenheit von wenig Bedeutung. Vielmehr streben Männer dann danach, gut zu sein, wenn dies ihrer Reputation und ihrem Platz innerhalb der Bande zugutekommt und einem gemeinsamen höheren Ziel dient.

Die maskulinen und kämpferischen Tugenden standen immer schon in einer Wechselbeziehung zu zivilisierten, moralischen Überzeugungen und können mit solchen in Einklang gebracht werden. Menschliche Gesellschaften werden von Banden gegründet, die in zivilisierten Nationen münden. Hier verlagert sich der ursprüngliche Kampfzustand zunehmend auf eine Stellvertreterebene in Form von ökonomischem, sportlichem und politischem Wettstreit. Wird Männlichkeit mit zunehmender gesellschaftlicher Dekadenz allerdings immer weiter reguliert und geächtet, bleiben Männern zukünftig nur schlechte Substitute als Ersatz für ihren kämpferischen Urtrieb, etwa in Form von Videospielen.

Das politische Establishment fordert zunehmend die Zügelung männlicher Tugenden und die Überwindung „überholter Rollenbilder“ zugunsten einer globalen humanistischen Moralordnung. Zum Zweck der eigenen Herrschaftssicherung sollen die kämpferischen Tugenden und männliches Gewaltpotenzial eingehegt werden. Ohne Männer, die jenseits der Moral ihre natürliche Rolle in einem Überlebensszenario erfüllen können, wäre eine Zivilisation aber gar nicht erst möglich.

Männlichkeit und Moral - Der Weg der Männer | BlitzWissen