Schimpansen vs. Bonobos

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Die evolutionspsychologische Theorie vom Elternaufwand besagt, dass der größte Teil der Reproduktion den Frauen zur Last fällt, während Männer um den Zugang zur weiblichen Fortpflanzungsinvestition konkurrieren und das Revier für ihre Frauen absichern. Schimpansen und Bonobos stehen als nahe Verwandte des Menschen exemplarisch für zwei verschiedene gesellschaftliche Organisationsstrukturen, die sich aufgrund unterschiedlicher Umweltbedingungen aus dieser biologischen Gegebenheit entwickeln können.

Schimpansen organisieren sich zugunsten männlicher Fortpflanzungsinteressen. Sie leben in patriarchaler Bandenstruktur mit flexibler Größe. Die Männchen tragen Statuskämpfe aus und bilden Koalitionen gegen andere Banden. Sie konkurrieren um Weibchen, die in der sozialen Hierarchie unter den Männchen stehen. Kameradschaft und Rivalität halten sich die Waage.

Die soziale Struktur der Bonobos hingegen verdeutlicht, was mit Gesellschaften in Überfluss an Wohlstand geschieht. Bonobos leben in Umgebungen, in welchen sie im Gegensatz zu den Schimpansen nicht um Nahrung kämpfen müssen. Auch um Sexualität konkurrieren sie nicht, da Sex neben der Fortpflanzung vordergründig eine soziale Funktion erfüllt und die Weibchen hier nicht als limitierender Faktor auftreten. Die Sorge für die Nachkommen fällt vollständig den Weibchen zu und für die Männchen ist es unwichtig, welcher der ihre ist. Stattdessen sind sie ihr Leben lang stark an ihre Mutter gebunden. Bonobos sind eher matriarchal organisiert und weniger kriegerisch als die Schimpansen.

Menschliche Gesellschaften sind komplexer und es lassen sich Ausprägungen beider Sexualstrategien finden. Da die soziale Organisation der Schimpansen aber Ähnlichkeiten zum Weg der Bande hat, scheint dies die natürlichere Strategie des Menschen zu sein. In hedonistischem Überfluss verfallen Gesellschaften schrittweise in die Lebensweise der Bonobos. Fehlende männliche Kameradschaft, Verweichlichung und nicht vorhandene Vaterfiguren sind auch für unsere Zeit charakteristisch. Sex ist zu einer bindungslosen Vergnügungsaktivität ohne tatsächliches Fortpflanzungsinteresse geworden. Der Weg der Bonobos führt zu Hedonismus, Bedeutungslosigkeit und schwindender Kameradschaft unter Männern.

Schimpansen vs. Bonobos - Der Weg der Männer | BlitzWissen