Eindringliche Gedanken über Friedrich Nietzsche als einsame Ausnahmegestalt des 19. Jahrhunderts: In dieser Rede zum 80. Geburtstag des Philosophen zeichnete Oswald Spengler 1924 das Bild zweier Gegenspieler: Goethe als Symbol klassischer Form und Gegenwart, Nietzsche als romantischer Rufer aus der Ferne. Spengler deutet Nietzsches Denken musikalisch, geschichtspsychologisch und tragisch – als Kampf gegen die formlose Zeit, als Sehnsucht nach Kultur, als Vision des Übermenschen. Ein geistiges Vermächtnis über Geschichte, Macht und den deutschen Geist.
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Oswald Arnold Gottfried Spengler (1880–1936) ist besonders für sein Monumentalwerk „Der Untergang des Abendlandes“ bekannt. Er ist der Konservativen Revolution zuzurechnen, die unter anderem mit der liberalen Ausrichtung der Weimarer Republik nicht einverstanden war. Der Geschichtsdenker, Kulturtheoretiker und politische Schriftsteller deutete Kulturen als eigenständige Organismen mit Aufstieg, Blüte und Verfall. Nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte Spengler zahlreiche politische Schriften, darunter „Preußentum und Sozialismus“ und „Jahre der Entscheidung“. Dem Nationalsozialismus stand er trotz einzelner Überschneidungen zunehmend distanziert gegenüber.
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