Im Jahr der Gründung der Weimarer Republik legte Spengler seine schärfste politische Schrift vor. Aus dem Denkraum des Untergangs des Abendlandes heraus versucht er zu zeigen, warum „Sozialismus“ mehr ist als Marxismus: Lebensform, Pflichtethos und eine staatliche Ordnungsidee statt Klassenkampf. Im Zentrum steht der Gegensatz zwischen preußischem Staatsgefühl und englischem Liberalismus, zwischen Dienst am Ganzen und individualistischer Ökonomie. Spengler deutete die Revolution und den Parlamentarismus als Symptome einer Übergangsphase – und fragt nach den Notwendigkeiten der Zeit, die bestimmte politische Gestalten erzwingt.
Oswald Arnold Gottfried Spengler (1880–1936) ist besonders für sein Monumentalwerk „Der Untergang des Abendlandes“ bekannt. Er ist der Konservativen Revolution zuzurechnen, die unter anderem mit der liberalen Ausrichtung der Weimarer Republik nicht einverstanden war. Der Geschichtsdenker, Kulturtheoretiker und politische Schriftsteller deutete Kulturen als eigenständige Organismen mit Aufstieg, Blüte und Verfall. Nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte Spengler zahlreiche politische Schriften, darunter „Preußentum und Sozialismus“ und „Jahre der Entscheidung“. Dem Nationalsozialismus stand er trotz einzelner Überschneidungen zunehmend distanziert gegenüber.
Diese Titel könnten Dich auch interessieren