Carl Schmitt zeichnet in Der Nomos der Erde die Geschichte des Völkerrechts als Geschichte konkreter Raumordnungen. Er zeigt, wie Landnahme, Grenzziehung und die staatliche Souveränität das Recht formten – vom mittelalterlichen Reich über die koloniale Aufteilung der Welt bis zum Jus Publicum Europaeum. Mit der Auflösung dieser Ordnung im 20. Jahrhundert verlor das Völkerrecht seine räumliche Grundlage. Moralische Ideologien und technologische Vernichtungsmittel ersetzen die alte Struktur. Schmitt fragt nach einem neuen Nomos der Erde. Er muss es schaffen, Raum, Recht und Macht neu zu verbinden – in einer Zeit globaler Unordnung.
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