Was macht den Westen so eigenartig? Joseph Henrich zeigt, dass westliche Menschen nicht einfach moderner denken, sondern psychologisch aus der Reihe fallen: individualistischer, analytischer, geduldiger, regelgläubiger und vertrauensvoller gegenüber Fremden. Der Ursprung dieser Sonderstellung liegt in einer langen kulturellen Umwälzung. Die Kirche verbot Inzest und Vielehe, förderte Kernfamilien, Märkte, Städte, Schulen und freiwillige Zusammenschlüsse. So entstanden neue Formen des Denkens und Zusammenlebens. Dieser Blitz erklärt, wie Familienstrukturen, Religion, Recht, Handel und Bildung den modernen Geist formten – und warum Wissenschaft, Demokratie und Wohlstand ausgerechnet in Europa an Fahrt gewannen!
Joseph Henrich (1968) zählt zu den prägenden Forschern der kulturellen Evolution. Heute lehrt er als Professor für biologische Anthropologie an der Harvard University. Zuvor forschte er fast zehn Jahre an der University of British Columbia, wo er den Canada Research Chair für Kultur, Kognition und Koevolution innehatte. Henrich verbindet Anthropologie, Psychologie, Ökonomie und Evolutionsbiologie. Er untersucht, wie Menschen Kultur lernen, weitergeben und dadurch Institutionen, Zusammenarbeit, Religion, Rangordnungen und Denkweisen formen. Besonders bekannt wurde er durch seine Arbeiten zu den sogenannten „WEIRD-Gesellschaften“ und durch Bücher wie The Secret of Our Success und The WEIRDest People in the World.
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