Im Laufe der Zeit hat sich die Perspektive auf Verbrechen und Strafe gewandelt. Früher zielten gewalttätige Strafen wie die Folter auf den Körper des Sträflings. Heute zielt das Gefängnis auf seinen Geist. Statt Rache zu nehmen, ist man dazu übergegangen, den Täter rehabilitieren zu wollen und sein Verhalten so wieder zu normalisieren. Da stellt sich die Frage: Was ist dieses „normal“? Foucault glaubt, dass es von einer gesellschaftlichen Disziplinarmacht festgelegt wird. Sie entscheidet, welches Verhalten „illegal“ ist und normiert dadurch den Menschen.
Michel Foucault (1926–1984) war ein französischer Philosophieprofessor. Seine Arbeiten umfassten historische, psychologische und politische Fragestellungen, insbesondere in Bezug auf Diskurse und Machtmechanismen. 1961 erschien sein erstes berühmtes Buch Wahnsinn und Gesellschaft. In seinen Schriften schafft er die Grundlage für den postmodernen Dekonstruktivismus. Foucault gilt als zentraler linker Denker des 20. Jahrhunderts und wird dem Poststrukturalismus zugeordnet, obwohl er diese Kategorisierung ablehnte. Er starb nach zahlreichen homosexuellen Kontakten an AIDS.
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