Ernst von Salomon beantwortete den Entnazifizierungs-Fragebogen der Alliierten sehr ausführlich. Damit machte er sich über die Sieger von 1945 lustig. Auf über 600 Seiten lieferte er ein kompromissloses literarisches Selbstporträt Nachkriegsdeutschlands. Die Antworten sind keine Beichte, sondern eine provokante Lebensgeschichte: von der Erziehung als preußischer Kadett, über die Freikorpszeit, politische Morde, die Suche nach Distanz zum Nationalsozialismus sowie zur amerikanischen Internierung. Dieses Buch ist keine Entschuldigung, sondern ein Zeugnis des Widerstands gegen moralische Vereinfachung!
Ernst von Salomon (1902–1972) war ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und politischer Aktivist. Nach seiner Ausbildung in preußischen Kadettenanstalten schloss er sich 1918 den Freikorps an und beteiligte sich an Kämpfen im Baltikum und in Oberschlesien. 1922 wurde er wegen Beihilfe an der Ermordung des Außenministers Walther Rathenau zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. In der Weimarer Republik, im Dritten Reich und der Bundesrepublik war er als Journalist und Autor tätig, wobei er sich nach 1933 von der NS-Politik distanzierte. Sein bekanntestes Werk ist Der Fragebogen, eine ironisch-kritische Auseinandersetzung mit der alliierten Entnazifizierungspolitik.
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