Grenzenlose Mobilität ist heute eine Selbstverständlichkeit. Doch es gab eine Zeit, in der Reisen noch Mühe bedeutete und Erkenntnis versprach. In Heimat Europa nimmt der französische Schriftsteller Pierre Drieu la Rochelle (1893–1945) uns mit auf eine ebenso persönliche wie politische Reise durch den Kontinent der 1930er und frühen 1940er Jahre. Seine Stationen führen ihn durch ein Europa der Spannungen und Umbrüche: vom faschistischen Italien über das nationalsozialistische Deutschland bis in die Sowjetunion, nach Ungarn und in die Tschechoslowakei. Drieu reist, um zu verstehen, wie die Völker Europas denken, leben und handeln. Die erstmals auf Deutsch versammelten Texte zeichnen das Bild eines suchenden europäischen Intellektuellen – und spiegeln zugleich die sozialen, wirtschaftlichen und nationalen Krisen seiner Epoche. Mit einem Vorwort und Anmerkungen von Benedikt Kaiser.
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Pierre Drieu la Rochelle (1893–1945) war ein französischer Schriftsteller, Essayist und politischer Intellektueller. Als Teilnehmer am Ersten Weltkrieg wurde er mehrfach verwundet. In seinen Büchern verarbeitete er seine Kriegserfahrungen literarisch. In den 1920er Jahren wandte er sich vom bürgerlichen Liberalismus ab und bewegte sich im Umfeld der Surrealisten. Ab den 1930er Jahren fand er zum Faschismus. Während der deutschen Besatzung Frankreichs kollaborierte er mit den Nationalsozialisten. Nach dem Krieg entzog er sich der Strafverfolgung durch Selbstmord. Sein Werk vereint stilistische Eleganz mit politischer Radikalität.
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