In diesem wegweisenden Text entfaltet Nietzsche die provokante These: Geschichte darf nicht zum Selbstzweck werden, sondern muss dem Leben dienen. Wer sie nur zur Belehrung nutzt, schwächt seine Tatkraft und entfremdet sich vom echten Leben. Mit scharfem Blick erkennt Nietzsche das „historische Fieber“ seiner Zeit – eine Überhäufung von Wissen, die das Handeln erstickt. Er plädiert für eine selektive, lebensbejahende Historie: eine Geschichtserzählung, die nicht im Archiv verweilt, sondern uns dazu antreibt, unser eigenes Dasein zu gestalten. Ein Buch, das uns dazu verhilft, Geschichte zu nutzen, um nicht von ihr genutzt zu werden.
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Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844–1900) war zunächst Philologie-Professor in Basel. 1879 musste er die Universität aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Auf der Suche nach einem Aufenthaltsort, der seiner angeschlagenen Gesundheit half, schrieb er einige der bedeutendsten Bücher der abendländischen Philosophie. Dabei entwickelte er seinen eigenen, energischen Stil der Philosophie: eine leidenschaftliche und dem Leben verpflichtete Denkweise, die das Leben als eine Kraft begreift. Ihre Fülle und volle Energie findet sie in einer aristokratischen und erobernden Existenzweise.
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