Zusammenfassung

Wahnsinn und Gesellschaft

Michel Foucault
25:43 min
Gesellschaft & Kultur, Philosophie & Weltanschauung, Psychologie & Manipulation
576 Seiten, 1961

Früher war alles besser. Auch der Wahnsinn ist heute etwas anderes. Aus anfänglicher Faszination und religiöser Deutung wurde Ausgrenzung: Wahnsinnige wurden isoliert, moralisch verurteilt und medizinisch pathologisiert. Anstalten dienten weniger der Heilung als der Disziplinierung. Der Wahnsinn spiegelt kollektive Ängste wider und ist Projektionsfläche für das Unvernünftige. Die Gesellschaft braucht ihn, um ihrem Kontrollzwang nachzugehen. Deshalb erklärt sie abweichendes Verhalten für „psychisch krank“. Foucault ist einer der wichtigsten Vordenker des Poststrukturalismus. Ist es ein Problem, dass man die Probleme unserer Zeit ohne diesen linkten Denker nicht verstehen kann?

Michel Foucault

Michel Foucault (1926–1984) war ein französischer Philosophieprofessor. Seine Arbeiten umfassten historische, psychologische und politische Fragestellungen, insbesondere in Bezug auf Diskurse und Machtmechanismen. 1961 erschien sein erstes berühmtes Buch Wahnsinn und Gesellschaft. In seinen Schriften schafft er die Grundlage für den postmodernen Dekonstruktivismus. Foucault gilt als zentraler linker Denker des 20. Jahrhunderts und wird dem Poststrukturalismus zugeordnet, obwohl er diese Kategorisierung ablehnte. Er starb nach zahlreichen homosexuellen Kontakten an AIDS.

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