Friedrich Nietzsches Morgenröthe markiert einen Wendepunkt in seinem Denken. In aphoristischer Form untersucht er die Herkunft, Funktion und Täuschungen der Moral. Nietzsche fordert dazu auf, das moralische Erbe Europas mit kühler Nüchternheit zu betrachten – ohne religiöse oder metaphysische Sicherheiten. Morgenröthe ist ein Buch des Erwachens: Die Vernunft tritt an die Stelle des Glaubens, die Psychologie an die Stelle der Moral. Der Hörer wird Zeuge eines intellektuellen Morgengrauens, in dem der Philosoph die ersten Strahlen einer neuen, freien Geisteshaltung erkennt – scharf, ironisch, aufklärerisch. Ein Werk des Übergangs, das Nietzsches späteres Denken vorbereitet und seine radikale Kritik an der europäischen Moral begründet.
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Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844–1900) war zunächst Philologie-Professor in Basel. 1879 musste er die Universität aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Auf der Suche nach einem Aufenthaltsort, der seiner angeschlagenen Gesundheit half, schrieb er einige der bedeutendsten Bücher der abendländischen Philosophie. Dabei entwickelte er seinen eigenen, energischen Stil der Philosophie: eine leidenschaftliche und dem Leben verpflichtete Denkweise, die das Leben als eine Kraft begreift. Ihre Fülle und volle Energie findet sie in einer aristokratischen und erobernden Existenzweise.
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