Rassenblinde Medizin: eine Gefahr

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Seit Anfang der 2000er mehrt sich Kritik an der politisch korrekten Rassenblindheit. Das Nichtanerkennen biologischer Unterschiede hindert die Medizin daran, rassespezifische Wirkmechanismen von Medikamenten zu erforschen. Neue Medikamente werden in rassenblinden Studien getestet, an denen meist nur weiße Probanden teilnehmen. Abweichende Reaktionen von Nichtweißen fallen so unter den Tisch.

Es gibt zahlreiche Beispiele von Krankheiten, die bei bestimmten Rassen häufiger vorkommen als bei anderen. Das liegt nicht nur an unterschiedlichen Lebensstandards. Ursächlich sind häufig ein unterschiedlicher Stoffwechsel und bestimmte Gene. So sterben Schwarze beispielsweise häufiger an Herztod. Das liegt an einer bestimmten Genkombination, die die Reaktion des Nervensystems auf Adrenalin beeinflusst. Ebenso kommt die Erbkrankheit Sichelzellenanämie fast ausschließlich unter Schwarzen vor. Das Herzinfarktrisiko ist bei Menschen indischer Abstammung besonders hoch.

Durch unterschiedliche Gene reagieren Menschen auch unterschiedlich auf Medikamente. Afroamerikaner bauen etwa Antidepressiva langsamer ab als Weiße und benötigen deshalb geringere Dosen. Puertoricaner leiden übermäßig häufig an Asthma, jedoch ist das gängige, für Europäer entwickelte Medikament bei ihnen wirkungslos. In Ostasien entwickelte Medikamente bleiben hingegen oft auf Europäer angewandt, ohne Wirkung. Durch ein mutiertes Leberenzym bauen Ostasiaten Medikamente langsamer ab und reagieren auf andere Wirkstoffe als Europäer.

Die Rassenblindheit der westlichen Medizin ignoriert insbesondere die Bedürfnisse der schwarzen Bevölkerung. Das geht zulasten ihrer Gesundheit. Vereinigungen schwarzer Mediziner setzen sich deshalb verstärkt für rassespezifische Forschung ein. 2005 wurde erstmals ein Blutdruckmedikament speziell für diese ethnische Gruppe zugelassen.

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