Wie an einem Nasenring wird das deutsche Volk vorgeführt. Die „Vergangenheitsbewältigung“ ist ein Trugschluss. Mohlers Analyse kritisiert deren ritualisierte Formen als politische Ersatzhandlung und entlarvt sie als identitätsstiftende Ersatzreligion. Mit scharfer Beobachtungsgabe schildert er die Medialisierung, Emotionalisierung und Instrumentalisierung der „Erinnerungskultur“. Statt differenzierter Aufarbeitung herrscht ein moralisches Theater, das die angebrachte historische Komplexität zugunsten einfacher Narrative opfert. Das war schon Anfang der 90er so!
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