Beginnt das Verständnis der Welt beim großen Ganzen oder beim einzelnen Wirklichen? Der Universalismus sucht letzte Wahrheiten und geschlossene Systeme. Der Nominalismus setzt beim Konkreten an: bei Form, Erfahrung und Eigenart. Er misstraut großen Begriffen. Nominalismus, das heißt für Mohler: Konservatives Denken verspricht keine Erlösung, ist dafür aber nüchtern und wirklichkeitsnah. Die Welt lässt sich nur durch die Betrachtung konkreter, einzelner Dinge verstehen. Wer sie in ein universalistisches Deutungskorsett zwingt, geht fehl. Diese Grundunterscheidung trennt die politischen Lager. Ein Grundlagentext, endlich als Blitz!
Der Schweizer Armin Mohler (1920–2003) war von 1949 bis 1953 Privatsekretär des konservativ-revolutionären Schriftstellers Ernst Jünger. Mit seiner Dissertation aus Basel „Die Konservative Revolution in Deutschland – Grundzüge ihrer Weltanschauung“ schuf er 1949 sein Hauptwerk. Dieses ist eine wichtige und ergiebige Quelle rechter Denkansätze und bis heute maßgeblich. In weiteren Büchern kritisierte er den Liberalismus und forderte einen Schlussstrich unter die deutsche Vergangenheitsbewältigung. Neben seiner publizistischen Tätigkeit für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften arbeitete er zeitweise als Redenschreiber für den CSU-Politiker Franz Josef Strauß und bei der Siemens-Stiftung.
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