Afrikanische und arabische Migranten kommen meist auf Schmugglerrouten über das Mittelmeer nach Italien oder Griechenland. Auf den Inseln Lampedusa und Lesbos befinden sich deshalb spezielle Aufnahmezentren, die die Ankömmlinge temporär beherbergen und in denen sie Asylanträge stellen können. Seit den frühen 2000er Jahren sind die Zentren regelmäßig überfüllt und die Grenzländer Europas damit überfordert, die humanitäre und finanzielle Last allein zu tragen.
Die Genfer Flüchtlingskonvention und die EU-Dublin-Verträge schreiben vor, dass Asylanträge von dem Land bearbeitet werden müssen, in welchem der Flüchtling als Erstes ankommt. Die schieren Massen, in denen Migranten aber in Italien und Griechenland bereits vor 2015 ankamen, machten den Behörden die Identifikation der Einwanderer und reguläre Durchführung von Asylverfahren unmöglich. Praktikabel schien die Lösung, die Migranten registriert ins europäische Festland weiterziehen zu lassen. Mit Ausbruch des arabischen Frühlings 2011 kamen vor allem Syrer nach Europa, im Großteil junge Männer. Einige ertranken auf dem Weg, da die Boote oft ungeeignet sind. Nicht selten fallen Frauen Menschenhändlern zum Opfer.
Erst ab 2013 begannen Versuche, den europäischen Grenzschutz nicht allein den Staaten an der Küste zu überlassen. Die europäische Grenzschutzorganisation Frontex begann mithilfe von NGOs, die Flüchtlingsboote bereits kurz vor der libyschen Küste abzufangen und den weiten Weg nach Europa zu bringen. Dadurch schufen sie neue Pull-Faktoren. Schmugglerbanden wurden reich, indem sie noch mehr und noch schlechtere Boote aufs Meer setzten. Rassismus und sexuelle Gewalt unter den Migranten in den nun immer stärker überfüllten Aufnahmezentren nahmen zu.
2015 öffnete die damalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Alleingang die europäischen Grenzen weiter und setzte sich dabei über geltendes Recht hinweg. Zu unterscheiden, wer einen legitimen Asylgrund hat und wer nicht, wurde unmöglich. Da Europa seit dem Schengen-Abkommen jegliche Binnengrenzkontrollen abgeschafft hat, steht auch illegalen Migranten jedes beliebige Land offen. In München kamen 2015 zum Teil 14 000 Zuwanderer an. Täglich. Mit ihrer Entscheidung, unbegrenzt und unkontrolliert Menschen aufzunehmen, generierte Merkel europaweite Probleme.
Ungarn war der erste Akteur, der kurz darauf seine Grenzen wieder schloss und mehrere Staaten animierte, es ihm gleichzutun. Merkel plädierte für Quoten, nach denen die EU-Länder Migranten aufnehmen sollten.
Die Politik offener Grenzen wurde Ende November 2015 durch eine Reihe von islamischen Selbstmordanschlägen erschüttert. In Paris kam es zu drei koordinierten Terrorakten, darunter dem Massaker im Bataclan-Theater, zu dem sich der Islamische Staat bekannte. Der Haupttäter konnte mit falschem syrischem Pass einreisen und über ungeschützte Grenzen nach Belgien fliehen.
Verbunden mit dem vorangegangenen Anschlag auf das Charlie-Hebdo Magazin begann die öffentliche Meinung über Merkels Asylpolitik langsam zu kippen und das Thema der inneren Sicherheit findet seither viel Beachtung. Anstatt tatsächlicher Maßnahmen waren die unmittelbar folgenden Wochen aber geprägt von Symbolpolitik und Scheindebatten, die sich um vergleichsweise Nichtigkeiten wie das muslimische Kopftuch drehen. Auch das Folgejahr 2016 war geprägt von zahlreichen Anschlägen, Axt- und Messerangriffen auf Einheimische und steigenden Vergewaltigungszahlen, die nicht selten behördlich unterschlagen werden. Mediale Aufmerksamkeit erlangten die koordinierten und massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen am Silvesterabend 2015 in Köln. Statt aber eine Debatte über die Sicherheit von Frauen anzustoßen, stritt man über angeblich rassistische Polizeikontrollen.
Terrorismus und das Aufeinanderprallen verschiedener Sexualkulturen prägen die europäische Lebensrealität. Die verantwortlichen Politiker sind dafür blind. Trotz eines Flüchtlingsabkommens mit der Türkei und sinkenden Zustimmungswerten für Merkels Politik wurde die Massenmigration nach Europa 2016 weitergeführt und Illegale kaum abgeschoben. Europa fühlt sich für das Wohlergehen von fremden und mitunter gefährlichen Zuwanderern stärker verantwortlich als für das der eigenen Bevölkerung.