Parerga und Paralipomena markieren den späten Durchbruch eines lange verkannten Denkers. In dieser Sammlung von Essays, Fragmenten und Aphorismen entfaltet Schopenhauer seine Philosophie in zugänglicher, oft polemischer Form. Er verbindet erkenntnistheoretische Grundfragen mit scharfer Kritik an Universitätsphilosophie, Idealismus und religiösen Weltdeutungen. Zentral ist seine berühmte Lehre von der Welt als Wille und Vorstellung, die er im hier als Blitz wiedergegebenen ersten Band historisch einordnet, zuspitzt und auf lebenspraktische Fragen anwendet.
Arthur Schopenhauer (1788–1860) gilt als einer der einflussreichsten deutschen Philosophen des 19. Jahrhunderts. Er entwarf eine umfassende Philosophie von Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ästhetik und Ethik. Ausgangspunkt war der Satz „Die Welt ist meine Vorstellung“, wonach unsere Wahrnehmung die Welt als Vorstellung konstruiert. In der Metaphysik spielte für Schopenhauer der Wille eine zentrale Rolle. 1813 promovierte er an der Universität Jena. 1819 erschien sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung. Seine Philosophie kennzeichnet ein tiefgehender Pessimismus: Leben als von Leiden bestimmt, Glück als Illusion. Zugleich biete die Kunst einen Weg zur Erlösung. Er wirkte vorwiegend in Frankfurt am Main, war Zeit seines Lebens Außenseiter und wurde zu Lebzeiten wenig anerkannt – seine Wirkung entfaltete sich vor allem nach seinem Tod. Friedrich Nietzsche war beispielsweise stark von Schopenhauers Denken geprägt. Damit bietet Schopenhauer eine grundlegende Philosophie, die auf Kant fußt, aber weit über ihn hinausweist und bis in Moderne und Kunst hinein nachwirkt.
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