Ernst Jünger entwarf im „Arbeiter“ Anfang der 30er Jahre das Bild der kommenden Weltordnung. In ihr ist der Arbeiter nicht mehr bloß der Berufstätige, sondern ein prägender Charakter von „planetarischer Gestalt“. Arbeit wird zur Lebensform, Technik zum Ausdrucksmittel, der Mensch als „Arbeiter“ zum Typus. Das bürgerliche Zeitalter war geprägt von Individualismus, Vertragsdenken und liberaler Demokratie. Nun weicht es einer neuen Ordnung aus Disziplin, Planung und Totalität! Jünger analysiert diesen Wandel nicht moralisierend, sondern in scharfer, symbolischer Sprache. Sein Werk ist eine seismografische Skizze der kommenden Dinge.
Ernst Jünger (1895–1998) gilt als Chronist des 20. Jahrhunderts. Mit der Verarbeitung seiner Tagebücher aus dem Ersten Weltkrieg wurde er schlagartig berühmt. Während der Weimarer Republik zählte er zur Konservativen Revolution; im Zweiten Weltkrieg war er Besatzungsoffizier in Frankreich. In der Bundesrepublik lebte er als Schriftsteller und pflegte zahlreiche Kontakte zu den Intellektuellen Europas.
Diese Titel könnten Dich auch interessieren