Einleitung

Dauer: 02:04

Die dystopische Vorahnung eines neuen Totalitarismus, der nicht von Diktatoren wie Stalin oder Hitler, sondern von Technokraten und Bürokraten in Gang gesetzt würde, verspürte Hannah Arendt bereits in den fünfziger Jahren. Als nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der Ruf nach größerer Kontrolle laut wurde und man weltweit die Überwachungsmaßnahmen ausbaute, konnte man bereits das Aufkeimen dieses neuen Totalitarismus wahrnehmen. Er erweiterte sich durch die „Wokeness“, die „Cancel-Culture“ und die Klimabewegung. 2020 kulminierte er in der Coronakrise.

Im Unterschied zu den Diktaturen der Vergangenheit legitimiert sich das moderne totalitäre Regime nicht bloß durch die Verbreitung von Furcht und Schrecken, sondern auch durch das psychologische Phänomen der Massenbildung. Die Individuen in einer Masse verlieren ihre Fähigkeit zur kritischen Urteilsbildung und werden intolerant gegenüber dissidenten Stimmen. Ihre ideologische Verblendung ist scheinbar mit wissenschaftlichen „Fakten“ untermauert, die jedoch keiner objektiven Prüfung Stand halten. Die so Hypnotisierten unterwerfen sich bereitwillig dem Willen des Kollektivs. Auf eine neue Bedrohung reagiert dieses mit dem Ruf nach mehr Kontrolle, die ihrerseits wieder mehr Angst erzeugt.

Worin aber liegt die Ursache für die Verstrickung des gesellschaftlichen Denkens in diesen Teufelskreis? Auf psychologischer Ebene ist sie mit der Angst vor dem Scheitern der großen Erzählung unserer Gesellschaft – der Aufklärung – verbunden, und damit mit dem Zusammenbruch des mechanistischen Weltbildes.